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Berührungsloser Spannungstester Testboy 113

Redaktionstipp - Messinstrumente

Das preisgünstige Profi-Werkzeug ist unter Elektrikern und Elektroinstallateuren bekannt und beliebt, doch auch der ambitionierte Heimwerker sollte die Anschaffung erwägen, denn der Testboy hilft nicht nur Zeit und Geld zu sparen - sondern vor allem das Unfallrisiko zu senken.

Funktion:

Mit Hilfe des kapazitiven Messverfahrens wird vom Testboy 113 - ohne direkte Berührung stromführender Kontakte - eine anliegende Wechselspannung festgestellt. Für die Messung ist dabei kein Stromfluss über einen Verbraucher erforderlich. Der Testboy in Form eines Stiftes hat in der weißen Spitze den Sensorkopf, der bei anliegender Spannung rot leuchtet, und am gegenüberliegenden Ende eine LED-Taschenlampe, die neben ihrer Lampenfunktion die Empfindlichkeitseinstellung anzeigt. Es gibt zwei Einstellungen. Bei ausgeschalteter LED werden Wechselspannungen > 200 V erkannt. Bei eingeschalteter LED werden schon Wechselspannungen ab 6 V zuverlässig detektiert. Eine anliegende Wechselspannung wird zudem durch ein akustisches Signal angezeigt.

Anwendungsbereiche:

Sicherheitsprüfung für gefahrloses Arbeiten
Die häufigsten Stromunfälle in der Hauselektronik passieren, weil Leitungen oder fest verdrahtete Geräte, an denen gearbeitet werden muss, fälschlicherweise als spannungsfrei angenommen werden. Die Gründe sind banal - die falsche Sicherung wurde umgelegt oder durch einfaches Ausschalten am Schalter wird angenommen, dass die Stromzufuhr unterbrochen sei. Dabei wird vergessen, dass in fast der Hälfte der Fälle nicht die Phase, sondern der Nullleiter geschaltet wird. Sicherheit garantiert in diesem Fall nur der aufwendige Test an der Lüsterklemme mit dem Phasenprüfer oder schnell und zuverlässig die berührungslose Messung mit dem Testboy 113. Dieser wird einfach an das ummantelte Kabel gehalten, bei anliegender Spannung sendet er ein eindeutiges Signal.

Exakte Lokalisierung von Kabelbrüchen in Netz- und Drehstromkabeln
Kabel sind teuer - um so ärgerlicher wenn ein Kabelbruch das gute Stück außer Gefecht setzt. Ist keine äußere Verletzung zu sehen, so ist es ohne geeignetes Messinstrument oder lebensgefährliche Experimente unmöglich den Kabelbruch zu finden. Der Testboy 113 stellt sich hier als Messinstrument der Wahl heraus. Bei einem einfachen Netzkabel wird am Ende des an der Steckdose angeschlossenen Kabels mit dem Testboy geprüft, ob eine Spannung anliegt. Ist dies nicht der Fall, so wird der Testboy entlang der Leitung geführt, bis das Signal die anliegende Spannung anzeigt. Hier kann nun millimetergenau der Seitenschneider - natürlich nach Ziehen des Steckers - zum Einsatz kommen. Liegt am Ende des Kabels Spannung an, so wird einfach der Stecker aus der Dose gezogen und um 180° gedreht wieder eingesteckt. Nun sind Phase und Nullleiter vertauscht und mit der zuvor beschriebenen Prozedur wird sicher der Kabelbruch lokalisiert.
Den Kabelbruch in einem Drehstromkabel finden wir, indem nur eine der drei Phasensicherungen eingeschaltet wird. Liegt am Ende des eingesteckten Kabels Spannung an, wird diese Sicherung wieder ausgeschaltet und die nächste getestet. Sobald am Kabelende keine Spannung anliegt, wird, wie beim Netzkabel beschrieben, der Kabelbruch lokalisiert. Sollte in jedem Fall eine Spannung angezeigt werden, so ist der Nullleiter beschädigt. In diesem Fall müssen wir den Stecker öffnen, alle Kabel lösen und den Nullleiter auf eine der Phasen klemmen. Sobald alle Sicherungen wieder eingeschaltet sind, sollte sich die Bruchstelle lokalisieren lassen. Anschließend muss der ursprüngliche Zustand im Stecker natürlich wieder hergestellt werden.

Zuordnung und Fehlersuche in Verteilerdosen
Arbeiten an Verteilerdosen gehören zu den unangenehmsten und gefährlichsten Aufgaben in der Elektroinstallation. Bei Kreuz- oder Mehrfachwechselschaltungen, aber auch schon, wenn mehrere Schalter und Verbraucher zusammen laufen, ist nachträglich eine eindeutige Zuordnung und Fehlersuche nur bei eingeschaltetem Strom möglich. Der Testboy 113 bietet hier die Möglichkeit einer gefahrlosen Zuordnung der Leitungen, da keine spannungsführenden Kontakte berührt werden müssen.

Fehlersuche bei Lampen mit Transformator
Durch die Umschaltmöglichkeit des Testboy auf einen Spannungsbereich ab ca. 6V (12V nach Herstellerangabe), können auch Fehler bei Lampen, denen ein Transformator vorgeschaltet ist, gefunden werden. Diese Aufgabe übernehmen zwar auch herkömmliche Multimeter, jedoch ist die einhändige Handhabung des Testboy 113 auf der Trittleiter stehend deutlich angenehmer und sicherer als freihändig unter der Decke balancierend mit zwei Messspitzen zu hantieren.

Fehlfunktion oder Anwendungsfehler? 

Die Arbeit mit dem Testboy macht aufgrund der einfachen Handhabung Spaß - schnell ist man da versucht, ihn als eierlegende Wollmilchsau in allen Arbeitsbereichen einzusetzen. Um so größer ist die Verwunderung, wenn bei der Kabelortung unter Putz plötzlich die gesamte Wand als spannungsführend angezeigt wird.

Im Folgenden gehen wir kurz auf Anwendungsgrenzen und ihre Ursachen ein.

Aufgrund des kapazitiven Messverfahrens kann man sich den Sensorkopf des Testboy 113 als Antennenempfänger mit sehr kurzer Reichweite vorstellen. Bei großen Flächen reichen im empfindlichen Modus schon Kriech- oder induzierte Spannungen von 0,2 V aus, damit der Testboy eine anliegende Spannung anzeigt. Wechselspannungen in dieser Größenordnung sind in Wänden jedoch unbedenklich und nicht selten.

Auch ist der Testboy nicht als Metallsuchgerät ausgelegt, somit bleibt ein Kabel, dessen Phase ausgeschaltet ist, für ihn unsichtbar.

Nicht zuletzt ist der Testboy 113 auf den Phasenwechsel der Wechselspannung angewiesen. Gleichspannungen, wie sie hinter einem Transformator mit Gleichrichter oder im gesamten Feld der KFZ-Elektronik auftreten, werden vom Testboy 113 nicht angezeigt.

Daten:

Das Aussehen des Testboy erinnert nicht nur zufällig an einen Stift. Die Länge mit 150 mm sowie der elliptische Durchmesser (21 / 23 mm) machen ihn zum griffigen, aber auch gut in die Jackentasche passenden Werkzeug. Die enthaltene Taschenlampe erleichtert die Zuordnung der Kabel auch in tiefen Verteilerdosen. Die Stromversorgung liefern 2 x 1,5 V Zellen. Das Gehäuse ist aus schlag- und bruchfestem ABS-Kunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol), der eine gute Kratz- und Ölbeständigkeit besitzt. Der Testboy 113 ist TÜV und GS geprüft und zugelassen nach IEC/EN 61010-1 (DIN VDE 0411).
Seit 2009 ist der Testboy 113 im Fachhandel für ca. 20,- € (ohne MwSt.) erhältlich. Für die gute Verarbeitung und Zuverlässigkeit spricht neben seinem Überleben unter den rauen Testbedingungen, denen wir den Testboy ausgesetzt haben, auch die Herstellergarantie von 5 Jahren.

Fazit:

Der Testboy wurde von uns auf Herz und Nieren geprüft und erfüllte seine Aufgabe im vorgesehenem Anwendungsbereich zur vollsten Zufriedenheit. Aufgrund der einfachen Handhabung ist der Testboy 113 problemlos auch vom nicht Profi einsetzbar. Nicht zuletzt das gute Preis-Leistungsverhältnis machen den Testboy 113 zu unserem Anschaffungstipp.

Herausgeber + Fotos: 

   Testboy GmbH
  
Beim Alten Flugplatz 3
49377  Vechta