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Beispielgeschichten

Butzelmännchen

Eine minimalistische Geschichte aus den Bildern: Hände, Geräusch, Freunde und Wunsch.
Das Genre war eine phantastische Geschichte und die vorgegebene Stimmung war peinlich.
     
 
     
 
     
Mit den Butzelmännchen hat es etwas ganz besonderes auf sich:
Wenn einmal eines von ihnen krank ist, dann kommen ganz viele Butzelmännchen zusammen, nehmen es in die Mitte und heben es vorsichtig hoch, bis es bequem auf den Händen seiner Freunde liegt. Dann beginnen die Butzelmännchen leise zu summen und im Rhythmus ihrer Melodie wird das kranke Männlein sanft auf und nieder gehoben. Gleichzeitig wünschen alle, dass sich die blöde Krankheit ganz schnell zum Teufel scheren möge... Die Krankheit, der wegen dem ständigen Auf und Ab, sowieso schon ganz schlecht ist, kann sich bei diesem starken Wunsch einfach nicht mehr festhalten und purzelt runter, wo sie unter den dicken Sohlen der fröhlichen Männchen zermalmt wird.

Picknick im Grünen


Eine kurze Geschichte aus den Bildern: Loch, Jagd, Essen und Baum. Das Genre war eine Tiergeschichte und die vorgegebene Stimmung war spannend.
     
 
     
 
     
Irmgard und Fred waren zum Picknick ins Grüne gefahren. Als sie unter einer ausladenden Eiche, voller Vorfreude die mitgebrachten Lebensmittel auspackten, hörten sie plötzlich ganz in der Nähe ein lautes Patschen kurz gefolgt von einer Art undefinierbarem Lachen. Verdutzt sahen die Beiden sich um, doch weit und breit war niemand zu sehen. Etwas irritiert setzten sie ihre Tätigkeit fort, doch schon wieder war das Geräusch zu hören. Irmgard, der es langsam mulmig wurde, stupste Fred an: "Geh mal gucken!"
Grummelig untersuchte Fred die Gegend ohne etwas zu entdecken. Doch da - schon wieder, dieses Mal kam es aus den Büschen hinter dem Baum. Inzwischen war auch Irmgard aufgestanden und schlich sich von der anderen Seite an das Geräusch heran. Und wieder das Patschen - etwas entfernter, hastig liefen sie auf die kleine Birke zu, doch schon war es aus dem nächsten Baum zu hören. Eine ganze Weile ging die Jagd so weiter, bis sie völlig außer Atem verharrten und lauschten. Das Geräusch hatte sich verändert, es war etwas wie ein Schmatzen dazu gekommen. Und jetzt kam es eindeutig aus der Richtung ihres Picknickplatzes. Wutschnaubend stürzte Fred zurück - doch zu spät - gerade sah er noch Hildes Mäuseschwänzchen, als sie lachend mit der ganzen Familie in einem ihrer Mauselöcher verschwand. Ganze
zwei Würstchen waren von dem großen Buffet übrig geblieben... Doch dafür würden Hildes Kinder dieses Jahr ganz sicher über den Winter kommen.

Das Sommerfest
von Anja Frick
Eine Geschichte aus den Bildern: Augen, Zug, Feuer und Regenbogen. Das Genre war eine romantische Geschichte und die vorgegebene Stimmung war lustig.
     
 
     
 
     
Eduard, kurz - Eddi, ist einer der vielen, unsichtbaren Schutzengel, die uns tagtäglich sicher durch die kleinen und großen Katastrophen lenken. Doch unser Eddi war kein gewöhnlicher Engel. Er war für Größeres bestimmt, und der tägliche Kleinkram ging ihm schon mächtig auf die Nerven.
So saß er eines Morgens auf einer Wolke nahe der Kommandozentrale und ließ lustlos die Beine baumeln.
Katrinchen noch rechtzeitig in die Schule schieben, Bäcker Höhnig zum dutzendsten Male vor Verbrennungen retten, Oma Hilde heil über die Strasse schieben… Jeden Tag derselbe Mist - sein Dasein war so öde!
Die Erde war doch so groß, da musste es doch auch Abenteuer für ihn geben! Schnell war der Entschluss gefasst und, hurtig von einer Wolke zur anderen springend, begab er sich direkt zum großen Himmelsfernrohr. Was gab es da alles zu sehen! Ganze Länder konnte er mit einem Mal überschauen.
Was war denn heute in Sonnelang los? Das ganze Dorf war auf den Beinen. Die Männer stellten einen Maibaum auf und brachten riesige Tische auf den Dorfplatz, auf welche die Frauen Kuchen und Salate auftürmten. Ein großes Schwein wurde auf dem Spieß über das Feuer gehängt und die Dorfkapelle nahm Aufstellung! Kinder spielten Hasche um Heuballen und die Jungs probierten ihre neuen Schleudern an Blechbüchsen aus.
Ein Sommerfest - Eddi reißt begeistert die Augen auf. Das ist doch genau das richtige an so einem Tag. Aufgeregt hüpfend steht er am Fernrohr. Dort wollte er hin! Jetzt gleich. Nur der Vater musste noch gefragt werden. Engel, die noch keine goldenen Flügel haben, durften nur mit ausdrücklicher Erlaubnis den Himmelswindexpress benutzen, um auf die Erde zu gelangen. Und unser kleiner Eddi war mit seinen weißen Federchen noch ziemlich weit von den goldenen entfernt.
Flugs machte er sich zum Vater auf und tatsächlich bekam er die ersehnte Erlaubnis. In seiner Freude sprang er Vater übermütig auf den Schoss, leider ohne die Wetterfernbedienung zu sehen, die dieser gerade reparierte.
Eine Sekunde später ertönte ein tiefes Grollen und Rumpeln. Was hatte er jetzt wieder angestellt?
Mit düsteren Vorahnungen lief er zum Fernrohr zurück. Dort sah er wie sintflutartiger Regen das schöne Sommerfest zu überschwemmen drohte. Die Erwachsenen blickten entsetzt zu dem immer dunkler werdenden Himmel. Kinder weinten, Luftschlangen verwandelten sich in große Breiklumpen und vom Feuer unter dem Schwein war nur noch eine Rauchsäule zu sehen.
Eddi war furchtbar erschrocken, nur wegen ihm würde das schöne Fest buchstäblich den Bach runtergehen! Das musste er verhindern! Mit dem Himmelwindexpress war er schnell in Sonnelang. Doch was konnte er tun? Im Getümmel stieß er mit Oskar, seinem besten Freund aus der Engelsklasse, zusammen. „Was machst du denn hier Eddi? Nein – sag nicht, dass wir das wieder dir zu verdanken haben?“ Auf dem betretenen Gesicht seines Freundes stand die eindeutige Antwort. „Und was jetzt?“ Ratlos drehte sich Eddi um und dabei riss er auch noch einen Stuhl um. „Eddi - pass doch auf!“ Aber zu spät! Der Stuhl kippte gegen den Tisch, traf das dort liegende Sauerbrot, das mit Schwung gegen den Kontrabass der Kapelle sprang, der wiederum riss im Fallen das durch den vielen Regen instabile Festzelt mit sich und daraufhin fiel auch noch der Maibaum um - direkt in eine Pfütze. Und die kleine Anne bekam zum Schreck aller eine riesige Ladung Matsch ins Gesicht. Geschockt hielten alle in ihrer Hektik inne und starrten sie an.
Und was machte die kleine Anne? Sie verzog das Gesicht immer mehr und lachte schallend. Immer wieder im Matsch herumspringend und laut jauchzend zog sie bald alle Leute in den Bann. Mehrere Kinder sprangen hinzu und schließlich tanzten auch alle Erwachsenen in den riesigen Pfützen. Was für ein Gaudi! Als schließlich die Sonne wieder heraus kam und mit den letzten Regentropfen einen wunderschönen Regenbogen an den Himmel zauberte, war auch der letzte aus Sonnelang vom Schlamm verkrustet und lachte und sang lauthals mit der kleinen Anne und all den anderen Kindern. Die Dorfwiese war ein einziger Schlammpfuhl! Aber so einen Spaß wie dieses Jahr hatten die Sonnelanger bei ihrem Sommerfest noch nie. Darüber waren sich alle einig.
Und die kleine Anne erzählt noch heute von einem, vielleicht auch von zwei kleinen, Engeln, die ganz oben auf dem umgestürzten Festzelt saßen und aus vollem Hals mitsangen.

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