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Geschichte

Der erste historisch gesicherte Raketenstart fand 1232 in China statt. Im Krieg gegen die Mongolen setzten die Chinesen in der Schlacht von Kai-Keng mit Schwarzpulver angetriebene Raketen ein. Seit dem 13 Jahrhundert wurden Raketen in Europa für militärische Zwecke verwendet.
Dokumentiert ist der Start einer drei-stufigen Rakete 1555 im rumänischen Hermannstadt. Den ersten "modernen" Raketenantrieb baute N. I. Kibaltschitsch (1854 – 1881) in Russland. 1890 benutzte der Deutsche H. Ganswindt das Rückstoßprinzip für seine Konstruktionen. Auf den Russen K. E. Ziolkowskij geht im selben Jahr die mathematische Berechnung des Rückstoßprinzips zurück. Einige Jahre später konstruierte er einen Raketenmotor für flüssige Treibstoffe. 1897 beschrieb der Deutsche A. Eschenbach das Prinzip der mehrstufigen Rakete. 1926 startet die erste von Goddard entwickelte Flüssigtreibstoffrakete. Aber auch für negative Schlagzeilen war die Raketenforschung gut. 1930 stirbt Max Valier, als die Brennkammer einer von ihm entwickelten Flüssigtreibstoffrakete explodiert. Ebenfalls in Deutschland sterben Reinhold Tiling und zwei seiner Mitarbeiter an den Folgen eines Unfalls bei der Präparation des Raketentreibstoffes. Im Jahr 1934 schossen W. Dornberger und Werner von Braun zwei Raketen 2002 m hoch. Im gleichen Jahr ereignete sich in Kummersdorf die Explosion eines Raketentriebwerks, bei dem 3 Menschen ums Leben kamen. Die erste einsatzfähige militärische Großrakete konstruierte von Braun 1942 mit einem erfolgreichen Erstflug am 3. Oktober bei Peenemünde. Diese V2-A4 hatte eine Reichweite von 275 km, eine Gipfelhöhe von 90 km und erreichte eine Geschwindigkeit von 5000 km/h. Die Rakete war 14 m lang, hatte einen Durchmesser von 1,8 m und wog 13 Tonnen. Die erste amerikanische Zweistufenrakete erreichte 1949 eine Höhe von 402 km. 1952 erreichte eine Weiterentwicklung der V2 in den USA, die „Viking“, eine Gipfelhöhe von 217 km und eine Höchstgeschwindigkeit von 6000 km/h.

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Die UDSSR startete 1933 ihre erste Flüssigtreibstoffrakete. Im zweiten Weltkrieg beschäftigten sich russische Forscher nur noch mit horizontal fliegenden Raketen. Von diesen militärischen Versionen leitet sich auch die einstufige, mit Flüssigtreibstoff betriebene Trägerrakete ab, die die ersten Raumflugkörper in den Umlauf um die Erde trug. 1957, am 4. Oktober, erfolgte der Start des ersten künstlichen Satelliten, der sowjetische Sputnik 1. Eine der schwersten Katastrophen in der Geschichte der Raketenforschung ereignete sich 1960 in Baikonur (Kasachstan) bei der Explosion einer R-16 auf der Startrampe. Die Nedelin-Katastrophe wurde bis zum Ende des Kalten Krieges von den Machthabern im Kremel geheim gehalten. Nach einigen Quellen kamen dabei 92 nach anderen bis zu 126 Menschen ums Leben.

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Ein Jahr später, 1961, gelang dem Russen Juri A. Gagarin an Bord der Wostok 1 der erste bemannte Flug in einem Raumschiff um die Erde. Die bisher größte Rakete ist die dreistufige Saturn 5 mit 2800 t Startgewicht, die 120 t Nutzlast in eine niedrige Umlaufbahn oder 45 t aus dem Bereich der Erdanziehung bringen kann. Der erste Start der Saturn 5 erfolgte am 9. November 1967.

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1972 beginnt mit dem Space Shuttle in den USA ein neuer Abschnitt der Raumfahrttechnik mit teilweise wieder verwendbaren Raumtransportersystemen. 1981 Erfolgt der erste Start eines Space Shuttles, der Columbia. Aber auch zwei verheerende Katastrophen sind mit dem Space Shuttle verbunden. Die Challenger explodierte aufgrund eines defekten Dichtungsringes kurz nach dem Start, während die Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, wahrscheinlich aufgrund eines Defektes im Hitzeschild, explodierte.

Bildnachweis:
Bild 1. Titel: Bumper V-2 Launch / Datum: 24. Juli 1950 / Quelle: NASA
Bild 2. Titel: The Huntsville Times / Datum: 12. April 1961 / Quelle: The Huntsville Times
Bild 3. Titel: STS-27, Orbiter Atlantis, Liftoff / Datum: 2. Dezember 1988 / Quelle: NASA

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